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Monika Lasselsberger hat sich entschieden, ihre Sommer beim Kühe hüten auf der Schwarzalm im Kulturpark Eisenstraße zu verbringen. Sie hat gute Gründe dafür „Auf der Alm ist es wie im Leben. Man braucht ein dickes Fell und guten Humor“, sagt die Almhalterin Monika Lasselsberger. „Und die Wanderer freuen sich, wenn ich sie mit Geselchtem, Bratl oder Kaiserschmarrn bewirte.“

„Wild geht es zu in den Bergen“, sagt Monika Lasselsberger. Sie ist Almhalterin auf der Schwarzalm-Hütte im alpinen Mostviertel. Da reißt etwa ein Wolf im Schutz der dunklen Bergnacht ein Kalb. Am Morgen findet Lasselsberger nur noch das leere Fell des Jungtiers vor der Hütte. Oder es regnet tagelang in Strömen, dass sie kaum aus der Hütte kommt. Dennoch macht ihr die unbändige Natur keine Angst. Lasselsberger ist eine Abenteurerin.

„Die Ruhe in den Bergen gibt Kraft. Sie hilft dabei, sich auf die wahren Werte im Leben zu besinnen.“ Heuer ist sie den zweiten Sommer auf der Alm. Ab Mitte Juni hütet sie drei Monate lang 200 Kühe von 15 verschiedenen Bauern. „Dabei habe ich noch viel zu lernen vom ersten Almhalter der Schwarzalm, dem Hans.“ Eigentlich arbeitet Lasselsberger, ehemals alleinerziehende Mutter, seit zwanzig Jahren als selbstständige Dekorateurin. Die Winter verbringt sie in ihrem Haus in Bahía, Brasilien. Auf die Alm kam sie durch einen Zufall: „Mein Beruf ist schnelllebig. In der Stadt prägen Stress und Reizüberflutung den Alltag. Ich wollte noch etwas anderes machen, etwas Bodenständigeres.“ Als sie Bauern fragen, ob sie eine Arbeit in den Bergen übernehmen möchte, sagt sie prompt zu. Leicht sei es nicht gewesen am Anfang, aber genau das mache das Leben interessant. „Wenn man etwas wirklich will, lernt man es auch sehr schnell. Man darf nur keine Angst haben.“ Am Ende jeden Tages fühlt sie sich für ihre Mühe reichlich belohnt. „Das Schönste für mich sind die Sonnenuntergänge. Wenn sich die Sonne langsam über dem Gesäuse senkt, sitze ich auf meinem Lieblingsfelsen über den Blumen der Almwiese und höre dem Läuten der Kuhglocken zu. Dann ist meine Welt in Ordnung.“ An besonders klaren Tagen sehe sie von der 1.536 Meter hoch gelegenen Schwarzalm-Hütte, der höchst gelegenen Hütte im Kulturpark Eisenstraße, bis zum Großglockner. Kurz nach dem Sonnenuntergang, gegen halb neun, geht sie nach einer Partie Halma oder Backgammon ins Bett. Die Freizeit auf der Alm ist begrenzt. Bereits um fünf Uhr morgens beginnt der Tag in den Bergen. „Nach einem deftigen Frühstück sehe ich bei den Kühen nach dem Rechten. Dazu muss ich die Tiere auf dem 650 Hektar großen Areal aber erst einmal finden und zusammentreiben.“ Rund sechs Stunden wandert Monika Lasselsberger jeden Vormittag durch das Hochgebirge. Ist das Vieh vollzählig und gesund, kehrt sie um die Mittagszeit zur Alm zurück. „Nachdem die Hühner gefüttert sind und die Hütte auf Vordermann gebracht ist, kommen an sonnigen Tagen die ersten Wanderer. Sie freuen sich nach dem langen Fußmarsch, wenn ich sie mit Geselchtem, Bratl oder Kaiserschmarrn bewirte.“ Auch ein Bettenlager für bis zu 20 Personen gibt es auf der Hütte.

Gegen Voranmeldung sind Gäste herzlich willkommen, „aber Vorrang haben die Kühe. Damit sie im August gesund und abgehärtet wieder ins Tal kommen und die Bauern zufrieden sind.“ Auf die Frage, was man in den Bergen brauche, um gut durchzukommen, sagt sie: „Auf der Alm ist es wie im Leben. Man braucht ein dickes Fell und guten Humor.“ Außerdem sei es wichtig, seine Grenzen zu erkennen und sie immer ein bisschen zu überschreiten. „Denn nur dann können die wildesten Träume wahr werden.“

Reisetipp
Schwarzalm: Gemeindegebiet Göstling an der Ybbs
Anstiege von Lassing oder vom Hochmoor
Leckermoos (jeweils 3 Stunden) oder vom
Hochkar (2,5 Stunden). Übernachtung für
20 Personen nach Voranmeldung möglich.

Kontakt Schwarzalm: Tel. 0664 313 57 06
www.goestling-hochkar.at

www.mostviertel.info

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Fotocredit © Mostviertel Tourismus/weinfranz.at

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