Impressionen des Wanderwegs



Gemütliche Wanderung die vom Hochtal Bad Bleibergs hinunter ins Gailtail führt.


 Wanderung
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  • Tourlänge: 18.34 km
  • Zeit: 6 Stunden
  • Startpunkt:
    Dorfplatz Bad Bleiberg
  • Aufstieg: 365 m
  • Abstieg: 712 m
  • Niedrigster Punkt: 563 m
  • Höchster Punkt: 1035 m

Die Karte Übersicht über Ihren Weg



Wegbeschreibung Alle Informationen hier gesammelt


Auf der zweiten Etappe wechselt man von der Nordseite des Dobratsch ins Untere Gailtal und durchschreitet dabei ganz unterschiedliche Landschaften. Steht der erste Abschnitt noch im  Zeichen des Bergbaues, gelangt man bald in bäuerliche Gefilde, um schließlich in den schattigen Nötschgraben abzusteigen, an dessen Ausgang sich der freundliche Zielort befindet.
Den ersten Höhepunkt erlebt man gleich zu Beginn, indem man einem spektakulären Stollenwanderweg folgt, der teilweise in den Fels gehauen wurde und sich wunderbar in die Landschaft fügt. Stattliche Gehöfte und saftige Wiesen mit Aussicht auf den Dobratsch bieten sich rund um den Erlachgraben. Noch prächtiger ist das Panorama bei der Fischerhube, einem verlassenen Bergbauernhof mit Blick auf die südliche Alpenkette. Von hier schraubt man sich durch den Wald in ein stilles Tal, an dessen Grund man von einem Bach bis Nötsch begleitet wird. Den würdigen Abschluss bildet der Rundgang im Ort, bei dem man nicht nur auf den Spuren der Nötscher Maler wandelt, sondern auch einen der schönsten Dorfplätze des Landes kennenlernt.


Bleiberg-Nötsch

Westlich des alten Thermalbades, das einst touristischer Leitbetrieb der Gemeinde war und kürzlich geschlossen wurde, prägt der soziale Wohnbau das Bild. Neben anonymen Wohnblocks der Gegenwart finden sich Arbeiterkasernen aus der Nazizeit, aber auch Unterkünfte viel älteren Datums, die noch immer einen Eindruck von den tristen Wohnverhältnissen vergangener Jahrhunderte vermitteln. Etliche Objekte stehen seit Jahren leer und bieten ein melancholisches Bild des Niedergangs. Einen eleganten Kontrapunkt setzt der schlossähnliche, um 1800 erbaute Theresienhof, der einst dem Grubenbesitzer Franz Ritter von Jacomini und später der Gewerkenfamilie Holenia als Wohnsitz diente. Ein weiteres Kulturdenkmal ist die evangelische Pfarrkirche, die 1773 als Toleranzbethaus errichtet wurde und Mitte des 19. Jahrhunderts, gegen den Widerstand der Katholiken, einen eigenen Kirchturm erhielt. Die vier Gussstahlglocken aus dem Jahr 1856 zählen weltweit zu den ältesten ihrer Art.

Bleiberg-Kreuth

In der westlichsten Ortschaft des Bleiberger Hochtals (die bereits Richtung Nötsch entwässert wird) kommen Wanderer am intensivsten mit der Geschichte und Kultur des Bleiberger Bergbaues in Berührung. Unübersehbar und einem riesigen Hammer gleich ragt der 51 m hohe Förderturm des Antonischachtes in die Höhe, zu dessen Füßen sich das alte Maschinenhaus sowie die ehemalige Förderanlage befinden. Das mächtige, von abgestuften Pultdächern gegliederte Ensemble bildet den Eingangsbereich des Schaubergwerkes »Terra Mystica«, das sich selbst als »Erlebnisstollen der Superlative« bezeichnet. Geboten werden die längste Bergmannsrutsche Europas, eine holprige Fahrt mit der alten Grubenbahn sowie eine Multimediashow mit Wasser- und Raucheffekten, bei der vor allem Kinder auf ihre Kosten kommen. Abschließend bringt ein Schachtaufzug die Besucher ins Bergbaumuseum, in dem u. a. die älteste Knappenfahne der Welt zu besichtigen ist. Sie ist eine erbeutete Türkenfahne und wurde den Bleiberger Bergleuten zum Dank für ihre Verdienste als Mineure bei der Belagerung Belgrads im Jahr 1717 vermacht.

Weniger aufwändig als die »Terra Mystica«, aber umso sinnlicher, vermittelt der jüngst eröffnete »Stollen-Wanderweg« ein Bild von der Mühsal der Bergarbeiter und dem Einfluss des Bergbaues auf das Landschaftsbild. Der vom Bergmännischen Kulturverein vorbildlich gestaltete Lehrpfad führt über den so genannten Leitungssteig, den einstigen »Dienstweg« der Knappen, an rund 25 Stollen vorbei, die im Lauf der Jahrhunderte in mühsamer Handarbeit in den Berg getrieben wurden. Hauptattraktion sind zwei begehbare Schrämstollen, die mit Metallwendeltreppen und elektrischer Beleuchtung für das Publikum erschlossen wurden. Die erhabene Schönheit der von weißen Felsen und dunklen Kiefern geprägten Landschaft offenbart sich an mehreren schön angelegten Rast- und Aussichtsplätzen.

Wer sich länger in der Gegend aufhält, sollte zudem die Gelegenheit zur Besichtigung des Maria-Hoffnung-Stollens in Bleiberg-Kreuth nützen, dessen Mundloch sich westlich des evangelischen Friedhofs befindet. Er wurde bereits vor 400 Jahren angelegt und hat die Aura eines begehbaren Kunstwerks. Kaum mannshoch und bestenfalls schulterbreit wurde er in mühsamer Handarbeit aus dem Fels gemeißelt; überliefert ist die Tagesleistung eines Hauers von nicht mehr als ein bis zwei Zentimeter Vortrieb pro Tag. Hüter dieses vielleicht eindrucksvollsten Kulturdenkmals des Tales ist der Männergesangsverein Morgensonne, der auch ein kleines Bergbaumuseum eingerichtet hat.

Wer den Wanderweg verlässt und von den bewaldeten Hängen des Erzberges zum Talboden absteigt, findet entlang der Hauptstraße eine Reihe sehenswerter Industriebauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Besonders auffallend ist das Hüttenschafferhaus bzw. k. k. Bergamtsgebäude, das einen kleinen Uhrturm besitzt und mit dem um 1800 erbauten Antoni-Grubenhaus ein schlossartiges Ensemble bildet. Das Gebäude dient heute kulturellen Zwecken, insbesondere der Pflege der Bleiberger Knappenkultur, die 2010 ins UNESCO-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen wurde. Sehenswert sind auch die 1902 geschlossene Heinrichhütte, das letzte erhaltene Schmelzhaus in der Gemeinde, sowie das wuchtige Heinrich-Pochwerk, einst Waschhaus genannt, in dem sich wasserbetriebene Erzzerkleinerungsmaschinen befanden und später Knappenfamilien untergebracht wurden. Auch das langgestreckte Ramser-Waschhaus fand seine Nachnutzung als Arbeiterwohnstätte. Weit weniger bescheiden nimmt sich dagegen das Khevenhüller-Jagdschloss mit einem auffällig gewölbten Dach aus, das in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und später als Gewerkenhaus diente.

Nach der Ortsbesichtigung empfiehlt sich die Einkehr im nahegelegenen Gasthof »Zum Bergwerk« (Fam. Wirnsperger). Dieser ist zwar nicht als Kulturdenkmal ausgewiesen, fröhnt aber auf höchst orginelle Weise der Bergbaunostalgie. Da ist die Gaststube mit Gerätschaften und historischen Fotografien vollgestopft und gibt ein Glasboden vor der Theke den Blick auf einen verschütteten Bergmann frei. Als Tische dienen Fantasiemöbel mit seltsamen Beschlägen und allerlei »Geheimfächern«, in denen sich verschiedene Mineralien und andere Relikte des Bergbaues verstecken.

Erlachgraben und Bauernschaft

Westlich von Bleiberg-Kreuth weitet sich das Tal und ändert die Landschaft allmählich ihren Charakter. Hier hat der Bergbau kaum Spuren hinterlassen, sieht man von den ehemaligen Behausungen der Knappen ab. Es sind zum Teil winzige Keuschen und Einfamilienhäuser, einige in Holzbauweise, andere primitiv gemauert. Hier lebten bis zu 20 Menschen unter einem Dach und es herrschte oft bittere Not. Besser erging es da den Bauern, wie sich an den sechs stattlichen Höfen der so genannten Bauernschaft ablesen lässt. Heute spielt die Landwirtschaft allerdings kaum noch eine Rolle, wiewohl sie nach wie vor die Landschaft prägt. Besonders harmonisch sind die Wiesen und Weiden südwestlich des Maurer-Hofes; geradezu idyllisch die alte Fischerhube südöstlich der Badstuben. Hoch über dem Tal gelegen, zählt sie zu den stimmungsvollsten Plätzen des gesamten Dobratsch-Rundwanderweges.

Nötsch/Čajna

Auf den ersten Blick wird der Ort dem Attribut »malerisch« nicht unbedingt gerecht – zu inhomogen wirkt das Zentrum und zu zersiedelt die Peripherie. Bei näherem Augenschein finden sich aber etliche Zeugnisse aus der Zeit, als die heutige Marktgemeinde noch ein schlichtes Bauerndorf und von regelmäßigen Überschwemmungen betroffen war. Verursacher waren die Gail, die den gesamten Talboden überfluten konnte, sowie der Nötsch-Bach, der längst gezähmt wurde und das Dorf wie ein Kanal durchfließt.

Noch heute wird der Bach als Energiequelle genützt, sowohl für ein kleines Kraftwerk als auch von der Bäckerei Wiegele, die die älteste wasserbetriebene Mühle im Süden Kärntens betreibt und sich der traditionellen Backkunst verschrieben hat. Seele des seit 1876 im Familienbesitz befindlichen Betriebes ist Hermine Wiegele, die auch das angrenzende Geburtshaus von Franz Wiegele, einen schlossartigen Bau mit markanten Eckerkern, verwaltet. Hier ist das Museum des Nötscher Kreises untergebracht, das den Malern Sebastian Isepp (1884–1954), Anton Kolig (1886–1950), Franz Wiegele (1887–1944) und Anton Mahringer (1902–1974) gewidmet ist, die Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Nötsch wirkten und bedeutenden Einfluss auf den österreichischen Expressionismus hatten. Da das Museum keine eigene Sammlung besitzt, werden die jährlich wechselnden Ausstellungen ausschließlich mit Leihgaben bestritten. Hinter dem Hauptgebäude befindet sich das ehemalige Maleratelier, das 1944 bei einem Bombenangriff zerstört wurde, bei dem Franz Wiegele sowie seine Mutter, seine Schwester und deren Ziehtochter ums Leben kamen. Im Garten erinnert eine kleine Kapelle an die Tragödie.

Vom Museum leitet ein Lehrpfad auf den Spuren des Nötscher Kreises zur Volksschule, einem Bau aus der Nazizeit, in der Anton Kolig sein letztes Atelier hatte, und weiter zur spätgotischen Pfarrkirche, in deren südlicher Fassade Kolig 1929 ein monumentales Fresko hinterlassen hat. Es ziert das Grab der Familie Melchior und stellt Maria mit Kind sowie vier nackte und bunt gefiederte Engel dar. Aufgrund von Protesten wurden die Himmelsboten nachträglich mit Lendenschurzen ausgestattet. Das angrenzende Wandbild   wurde um 1500 geschaffen und wird als »Feiertags-Christus« bezeichnet. Die im Hintergrund des auferstandenen und aus allen Wunden blutenden Jesus' abgebildeten Werkzeuge symbolisieren sämtliche Tätigkeiten, die Christen an Sonn- und Feiertagen verboten waren. Zeitgenössische Kunst gibt es in der Aufbahrungshalle in Form eines Totentanzes von Helga Druml aus dem Jahr 1996 zu besichtigen.

Saak/Čače

Neben dem kulturellen Erbe des Nötscher Kreises besitzt die Gemeinde Nötsch eine weitere kulturgeschichtliche Kostbarkeit. Es ist der Ortsteil Saak, der seine Siedlungsstruktur seit dem 18. Jahrhundert kaum verändert hat und ein entsprechend geschlossenes Ortsbild aufweist. In beinahe städtischer Manier stehen die ehemaligen Bauern- und Handwerkshäuser entlang der abschüssigen Dorfstraße, die sich am unteren Ende zum Dreiecksanger verbreitert. Die zweigeschossigen Gebäude sind teilweise spätmittelalterlichen Ursprungs und wurden mehrheitlich behutsam renoviert. Besonders vorbildhaft wurde das Haus Nr. 20 samt seiner Nebengebäude instand gesetzt. Hier befindet sich auch die "Alte Schmiede Saak". In der ehemaligen Hufschmiede wird das Handwerk des Schmiedes erklärt, eine kleine aber feine Ausstellung hat das Thema "Metall im Naturpark".

Hoch über dem Dorf und etwas versteckt liegt das Schloss Wasserleonburg, ein prächtiger Renaissancebau, der im Lauf der Jahrhunderte etliche Umbauten erlebte und mediterrane Vorbilder hat. Der italienische Einfluss macht sich vor allem im Arkadenhof, dem stimmungsvollen Garten und dem ehemaligen dreischiffigen Pferdestall bemerkbar, der mit toskanischen Säulen und einem aufwändigen Kreuzgradgewölbe ausgestattet wurde. Eigentümer des Schlosses waren verschiedene Adelsgeschlechter, die so schillernde Persönlichkeiten wie Anna Neumann hervorbrachten, die fünf Ehemänner überlebte und so in den Ruf einer Hexe geriet. Später residierten im Schloss verschiedene Fabriks- und Grubenbesitzer wie der Bleiberger Gewerke Romuald Holenia, dessen Tochter 1917 einer Strichnin-Vergiftung zum Opfer fiel. 1937 verbrachte hier der abgedankte englische König Edward VIII. mit seiner bürgerlichen Gattin Wallis Warfried-Simpson die Flitterwochen. Die Besichtigung des Schlosses ist nur nach Voranmeldung möglich.

 


Zusätzliche Informationen und Anreise Was gibt es und wie komme ich dort hin?


  • Ausrüstung:

    Regenschutz, gute Wanderschuhe, Trinkwasser, Kamera etc.

  • Anreise: Bad Bleiberg erreicht man am besten über die A10 Abfahrt "Villach-West" - von dort der Beschilderung folgen.
  • Buchen Sie gleich hier Ihr Trail-Abenteuer rund um den Dobratsch!

    Kontakt Trail Info- & Buchungscenter

    Tel.: ++43 (0) 4782 93093

    Mail: info@bookyourtrail.com

     

    Reg. Entwicklungsgemeinschaft Region Villach-Hermagor
    Klagenfurter Str. 66; 9500 Villach

    Tel.: 0043 42 42 205 6017

    Mail: 0664 120 27 62

    M@il : robert.heuberger@villach.at

    www.naturparkdobratsch.info

     

  • Geheimtipp:

    Buchen Sie gleich hier Ihr Trail-Abenteuer rund um den Dobratsch!

    Kontakt Trail Info- & Buchungscenter

    Tel.: ++43 (0) 4782 93093

    Mail: info@bookyourtrail.com

     

    Die besten Unterkünfte findet man auf www.region-villach.at!

     

    Die schönsten Gemälde im Museum des Nötscher Kreises in Nötsch.

     

  • Quelle: Region Villach Tourismus GmbH
  • Autor: Region Villach

Anreisemöglichkeiten

  • Parkmöglichkeiten
    Es sind genügend Parkplätze im Ortskern von Bad Bleiberg vorhanden.
  • Öffentliche Verkehrsmittel
    Bad Bleiberg ist am besten vom Villacher Hauptbahnhof mit den Bussen der Firmen Ebner und Wiegele erreichbar.

Über die Region Alle Angebote auf einen Blick



Sicherheitsrichtlinien Für alle Fälle


ACHTUNG!!!

Auf der 2. Etappe des Dobratsch Rundwanderweges ist der Abschnitt "Weissenbachgraben" aufgrund von Murenabgängen und Windbruch nur erschwert und auf eigene Gefahr passierbar!

 


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