„Klack“ – Das Einschnappen der Kofferraumtür löst beim mir ein pures Glücksgefühl aus, denn nun geht es endlich in Richtung Berge! Das Büro und der Alltagstress rücken mit jedem gefahrenen Kilometer in weite Ferne. Wo es hingeht? In die Salzburger Sportwelt zum „Waldbaden“ – Ja richtig gehört zum „Waldbaden“. Ich gebe ja zu, dass das vorerst einmal seltsam klingt. Ich habe es selbst auch noch nicht gemacht, aber die Vorstellung, einfach mal Bewusst den einfachen Dingen im Leben Beachtung zu schenken und das Leben ohne Stress und Hektik wahrzunehmen, hat mich und meinen Mann sofort überzeugt.



Der Geruch nach Erinnerung, Gegenwart und Unendlichkeit


Bei unserem Gastgeber angekommen, packen wir alles aus. Ich setze mich kurz aufs Bett und lasse meinen Blick aus dem Zimmer in Richtung Wald schweifen. Mein Mann stellt sich mir in den Weg und streckt mir seine Hand entgegen: „Komm, ich sehe ja, dass du am liebsten schon den frischen Waldduft in der der Nase hättest.“

Der Geruch des saftigen Mooses, vermischt mit dem zarten Duft des Baumharzes und das fröhliche Singen der Vögel, lässt uns schweigsam nebeneinander herwandern. Mit jedem Schritt saugen wir mehr der beeindruckenden, doch sehr einfachen Atmosphäre des Waldes auf und nehmen alles was rund ums geschieht bewusst war.

An einer Lichtung setze ich mich auf einen Stein, spüre, wie mein Körper genüsslich und völlig entspannt die warmen Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzeln, aufnimmt und lasse meine Gedanken schweifen. Da fällt mir wieder ein, wie ich früher als Kind im Wald mit meinen Freunden gespielt habe, wie wir den Eichhörnchen eine „Haselnusstankstelle“ gebastelt haben oder für die Waldmäuse ein Nestchen aus Moos zum Schlafen bauten. Plötzlich höre ich ein leises Knacken und ich öffne meine Augen, was war denn das? Ich blicke mich um und sehe etwas vorbeiflitzen und auf den nächsten Baum hochhuschen. Ja, tatsächlich, erspähe ich hinter einem Ast ein Eichhörnchen mit einer Nuss im Maul. Ein zartes Lächeln zeichnet sich in mein Gesicht!

Wandern in der Salzburger Sportwelt, ©Salzburger Sportwelt, Christian Schartner

Von purer Medizin und wertvollen Ölen


Am nächsten Morgen steht ein Besuch bei der Latschenkieferbrennerei und Edelbrand Destillerie Mandlberggut in Radstadt am Programm. Katharina, die Tochter des Gutes, führt uns durch die liebevoll gestalteten Brennereiräume und schildert uns die Herstellung des wertvollen Latschenkieferöls. Begeistert und sehr aufmerksam folgen wir ihren Erklärungen rund um die besondere Pflanze. Zum Beispiel habe ich gar nicht gewusst, dass Latschenkieferöl sehr gut bei Erkältungen sowie bei Verspannungen hilft! Da wird gleich eines mit nach Hause genommen!

Weiter geht es von der Latschenkieferbrennerei in die Edelbrand Destillerie im Nebengebäude, wo auf uns schon eine geschmacksintensive, glasklare Kostprobe wartet. „Pure Medizin“, meint Katharina und hebt das Glas zum Anstoßen. Ob es heute wohl bei dem einen Glas bleiben wird?

Kräuterverarbeitung im Mandlberggut, © Salzburger Sportwelt

Eine Kostprobe von der Kraft der Bäume gefällig?


Tags drauf wartet auch schon das nächste „Wald-Abenteuer“ auf uns. Der Lehrpfad „Kraft der Bäume“ in Wagrain-Kleinarl inklusiver Baumjause steht am Programm und ich bin schon richtig gespannt, welche Eindrücke wir dabei sammeln können.

Nach vielen interessanten Informationen rund um die Kraft der Bäume von unserer „Baum-Expertin“ und Führerin Christine, machen wir nach einer einstündigen Wanderung unter einem alten Baum Rast und lauschen dem Rauschen der Blätter im Wind. Ich schließe kurz meine Augen und genieße diesen Moment. Am liebsten würde ich diesen Duft nach frischen Blüten vermischt mit dem erdig-moosigen Geruch und zusammen mit diesem Gefühlt der Schwerelosigkeit in ein Marmeladeglas sperren und daran riechen, wenn ich eine Auszeit vom Alltag brauche. Das Knurren meines Magens erinnert mich daran, dass noch eine wohlschmeckende Baumjause auf uns wartet und ich bin schon richtig gespannt, wie diese wohl aussehen mag.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die Hütte in der schon die Waldspezialitäten auf uns warten. Von Ulmensemmeln mit Fichtenbutter über Lindenblütenröllchen bis hin zu Wald-Guacamole und Weidencreme reicht die Baumjause. Ein Biss in die frische Ulmensemmel mit selbstgemachter Fichtenbutter reicht und ich bin schon hin und weg von diesen Geschmackserlebnis! Fazit der Baumjause: nicht nur empfehlenswert sondern ein Fixpunkt bei unserem nächsten Besuch!

Baumlehrpfad, Heilkraft Bäume, © Pink Ink

„Gipfelbaden“ – gibt es das auch?


„So mein Schatz“, meint mein Mann zu mir, „heute geht es hoch hinaus!“. Damit meint er unser Ziel für diesen Tag und zwar ist dies das 1.986m hohe Grießenkareck zwischen Flachau und Wagrain-Kleinarl. Ehe ich mich versehe, sitzen wir auch schon am Sessellift in Richtung Bergstation. Wir hätten auch zu Fuß hinaufwandern können, aber das Gefühl im Sommer auf einem Skilift zu sitzen, muss man definitiv auch mal erlebt haben! Nach dem etwas holprigen Ausstieg – ja das will ohne Ski auch gelernt sein 😉 – geht es zu Fuß weiter zum Gipfelkreuz. Der Ausblick der sich rund um uns eröffnet, lässt meine Kinnlade ein Stück weit nach unten sacken. Was für ein Panorama!! Jetzt verstehe ich auch den vielzitierten Spruch: „Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler!“, denn dieses Bild in Worte zu fassen, wäre immer eine Untertreibung gewesen.

Sommerliftbetrieb Flachau, © Salzburger Sportwelt

Mein Stück Freiheit in einem Marmeladenglas


Ausgestattet mit einem Marmeladenglas geht es für mich noch einmal in den Wald. Etwas Waldboden, ein wenig Moos, zwei kleine Zeiwge, ein Tannenzapfen, drei Haselnüsse und eine Eichel, das sind die Zutaten für mein persönliches Marmeladenglas. „Zuhause klebe ich dann noch das Selfie vom Gipfelkreuz hinauf“, schwirrt während des Sammelns durch meine Gedanken. Was ich mit den Glas dann mache? Na zu Hause oder im Büro aufstellen und immer, wenn ich das Gefühl von Freiheit haben möchte, schraube ich das Glas auf und nehme einen tiefen Zug voll Frische und Energie!

Wandern im Wald, ©Salzburger Sportwelt, Christian Schartner

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