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Will man Andreas Digruber im Wasserkraftwerk Wienerbruck der EVN im Bezirk Lilienfeld besuchen, kann man nicht einfach dort hinspazieren und an die Tür klopfen. „Wir treffen uns oben bei der Bergstation – dann komm ich mit dem Aufzug rauf!“, hies es am Telefon. Die Bergstation ist dort, wo die asphaltierte Straße endet. Besucher und Gaste werden mit dem Aufzug „abgeholt“ – bevor es runter in die Tiefe der Ötschergraben, des „Grand Canyon Osterreichs“, geht

Vorbeiziehende Wanderer und die Familie im Haus nebenan – Andreas Digruber betreut das Wasserkraftwerk Wienerbruck in den Ötschergräben

Erst kürzlich haben wir ein Problem mit dem Seil gehabt“, versucht Andreas Digrubers Großonkel Siegfried, der einst auch bei der EVN war, die Besucherin zu frotzeln. Doch Seil und Gondel sehen sehr vertrauenerweckend und robust aus. „Hier passen bis zu 40 Leute rein – und sechs Tonnen Gewicht“, sagt Andreas Digruber. Sein Auto hat er oben bei der Bergstation geparkt – am Wasserkraftwerk führen nur Wanderwege vorbei.

„Es ist ein Speicherkraftwerk“, sagt Andreas Digruber. „Die Turbinen laufen nur, wenn viel Strom benötigt wird: am Vormittag und abends.“ Seit über 100 Jahren ist das von den Flüssen Lassing und Erlauf gespeiste Wasserkraftwerk in Betrieb. Zwei der vier Turbinen tragen noch die Jahreszahl der Herstellung, 1908 – die beiden anderen stammen aus den Siebzigerjahren. Bis in die Fünfzigerjahre wurden Haushalte bis Wiener Neustadt mit dem hier erzeugten Strom versorgt. „Wir könnten autonom 3700 Haushalte beliefern: das ganze Mariazellerland – bis nach Scheibbs.“

Gebaut wurde das Werk für den Betrieb der Mariazellerbahn. Sie hat in Wienerbruck eine Haltestelle. „Als einzige Bahn in Europa fährt die Mariazellerbahn mit 25 Hertz Strom. Alle anderen Bahnen fahren mit 16,7 Hertz. Das hat man damals gemacht, um die Betriebe entlang der Bahnlinie mit Strom versorgen zu konnen“, erklärt Andreas Digruber, der nicht nur gelernter Schlosser, sondern auch Elektriker ist.

Welche Funktion hat er im Wasserkraftwerk? „Ich sag immer, ich bin so was wie der technische Hausmeister“, lacht Andreas Digruber. „Ich mach alles – auch Schnee schaufeln, wenn’s notwendig ist!“ Und sein Großonkel Siegfried wirft ein: „Wir haben in den Sechzigerjahren sogar die Besen selbst gebunden! Auch das Dach mussten wir reparieren können.“ Besenbinden muss Andreas Digruber nicht mehr. Zu seinen Aufgaben zählen Wartungsarbeiten, regelmäßige Kontrollgänge und administrative Tätigkeiten.

Andreas Digruber arbeitet im „Grand Canyon Osterreichs“. Er wohnt auch dort mit seiner Familie, in einer Dienstwohnung der EVN. „Ich könnte nicht sagen, wie es anders wäre“, meint er auf die Frage, wie denn das ist, wenn man zur Arbeit bloß nach nebenan gehen muss – und das in einem tiefen Graben. „Man ist nicht auf die Art in der Arbeit, wie andere in der Arbeit sind. Und man ist nicht auf die Art in der Freizeit, wie andere in der Freizeit sind!“ Noch etwas schätzt er an seinem Beruf: „Es ist toll, dass ich meine Kinder aufwachsen sehe!“

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