Auf dem beliebten Wanderweg Gauertaler AlpkulTour führen elf Holzskulpturen durch die Montafoner Kulturlandschaft.

Die vom heimischen Künstler Roland Haas gestalteten Holzkunstwerke regen zum Staunen, Träumen, Philosophieren und Phantasieren an. Sie tragen klingende Namen wie „Käseharfe“, „Geweihbaum“ und „Wächter“. An jeder Station bekommen die Wanderer Einblicke in ein anderes Kapitel der Kulturlandschaft wie das Hirtenleben, die Maisäßkultur und die Alpgeschichte.

Alpbewirtschaftung im Wandel

Erst seitdem ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, ist mir bewusst, wie schnell sich unsere Kulturlandschaft durch den Wandel der Alpbewirtschaftung verändert hat“, erklärt der Schrunser Künstler. Die Frage nach seiner Lieblingsskulptur lässt Roland Haas bis heute offen: „Besonders ist auf jeden Fall der Mythenbaum, der stark und stur seine Wurzeln in den Himmel reckt. Ich mag die Umkehr von oben und unten – sie lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen.“

Kulinarikstopp in der Lindauer Hütte

Am Fuße der Drei Türme servieren Thomas Beck und seine Familie in der Lindauer Hütte herzhafte Speisen und regionale Spezialitäten. Nach der Rast lässt sich im über 3.000 Quadratmeter großen Botanischen Alpengarten der Lindauer Hütte die schützenswerte Artenvielfalt der Montafoner Alpenflora bestaunen.

Gauertaler AlpkulTour, © Andreas Haller - Montafon Tourismus GmbH, Schruns
Käseharfe - Gauertaler AlpkulTour (c) Andreas Haller - Montafon Tourismus GmbH, Schruns

Stationen auf der Alptour:

01 Das Eingangstor „Das Eingangstor“

– der Weg beginnt! Durch einen schmalen Durchgang geht es auf die Gauertaler AlpkulTour.

02 Alp Myhten „Der Myhtenbaum“

– tellerförmig ragen die Wurzeln der Fichte in den Himmel – und verbinden das Diesseits mit der „Anderswelt“. Traditionelle Schnitzereien betonen das Geheimnisvolle.

03 Wasser & Alpe „Der 1. Hinweis“

– der rote Pfeil ist nicht nur als Drehkreuz gedacht! Er macht auf die darunter liegende Quelle aufmerksam – Trinkwasserqualität!

04 Hirtenleben „Der Wächter“

– beschützend breitet er seine starken Wurzeln wie Arme über den Alpstofel aus.

05 Alpe und Tourismus „Alpe Latschätz“

– urige Hüttenidylle und Montafoner Käsespezialitäten – hier wird der „Sura Kees“ noch auf traditionelle Weise hergestellt.

06 Waldstreben „Der 2. Hinweis“

– Waldstreben, das ist es, was alte Gebäude wie diese Barga langsam verschwinden lässt. Hast Du den roten Pfeil entdeckt? Er weist noch auf ihr Dasein hin, bevor sich der Wald ganz darüber schließt.

07 Maisäßleben „Die Tribüne“

– herzlich Willkommen! Nimm Platz und lass den Blick über das Gauertal schweifen. Die drei Holzelemente verweisen auf die traditionelle 3-Stufen-Bewirtschaftung: Tal, Maisäß, Hochalpe. Wir befinden uns auf der rot-markierten Stufe, dem Maisäß.

08 Maisäßwandel „Der Garderobenständer“

– Zeit, die Kleider zu wechseln! Wir verlassen den landwirtschaftlich genutzten Maisäß und betreten (wieder) die touristische Region. Also: Raus aus der Arbeitskluft, rein in die Lederhose – oder das Dirndl!

09 Naturgefahren „Der Lawinenbockbaum“

– das Leben ist hart in den Bergen! Und „Der Lawinenbockbaum“ die einzige Skulptur, die nicht aus Fichtenholz gemacht ist, sondern – wie die echten Lawinenböcke – aus sehr hartem, widerstandsfähigem Robinienholz.

10 Alpgeschichte „Die Schlacht auf Spora“

– ob Mythos oder Historie, dieser Platz hat Geschichte! Hier am Talboden wurden bei Ausgrabungen verschiedene Gegenstände aus der Spätbronzezeit, der Römerzeit und dem Mittelalter gefunden, u. a. eine „Bauernwehr“ – die Waffe des einfachen Volkes im Mittelalter.

11 Alpinismus „Lindauer Hütte“

– bei der Lindauer Hütte ist ebenfalls keine Skulptur zu finden – aber dennoch gibt es viel zu entdecken. Genieße Hüttenschmankerln aus der Region und tanke neue Kraft!

12 Leben und Arbeiten am Stofel „Die Käseharfe“

– ist ein traditionelles Werkzeug zur Käse-Herstellung: mit ihr wird Käsebruch zerteilt. Heute aus Edelstahl, wurde sie früher aus Astgabeln gefertigt.

13 Alpe & Jagd „Der Geweihbaum“

– verweist auf die enge und nicht immer ganz reibungsfreie Beziehung zwischen Jagd und Alpwirtschaft. Einen weiteren Bezug stellt die Bezeichnung „Jäger und Sammler“ her – die hier verwendeten Abwurfstangen werden von den Jägern gesammelt, kein Tier wird deshalb gejagt.

Daten zur Tour

  • Start: Bergstation Golmerbahn, Grüneck (1892 m)
  • Ziel: Golmerbahn Latschau
  • Gehzeit: ca. 4 Std.
  • Aufstieg: ca. 100 hm
  • Abstieg: ca. 1.000 hm
  • Länge: 11,2 km
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Weitere Informationen
Der Geweihbaum - Gauertaler AlpkulTour, © Andreas Haller - Montafon Tourismus GmbH, Schruns

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