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Alljährlich im Frühling zogen Kinder armer Bergbauernfamilien zur Arbeit nach Oberschwaben. Die Kinder wurden als „Schwabenkinder” oder „Schwabengänger”, in Oberschwaben auch als „Hütekinder” bezeichnet.



Als „Schwabenkinder“ oder „Hütekinder“ wurden die Bergbauernkinder aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol und der Schweiz bezeichnet, die in früheren Jahrhunderten aus Armut alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben zogen, um dort als Arbeitskräfte für eine Saison an Bauern vermittelt zu werden.
Das „Schwabengehen“ erlebte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Die geringen Bodenerträge in den alpinen Regionen und die damit verbundene Armut, trieben die Eltern dazu, eines oder mehrere ihrer Kinder in die Fremde zu schicken. Die Not war groß, dass selbst Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren im Sommer nach Schwaben gesandt wurden, wo sie fern der Heimat ihren Unterhalt verdienen mussten. Die Reise der Hirtenkinder glich einem Zug der Vögel, welcher alljährlich zu einer bestimmten Zeit und in großer Anzahl verfolgte. Auch im Montafon sammelten sich Mitte März alljährlich 20 bis 30 ärmere Kinder. Die Kleinen wurden von ihren Eltern nur sehr dürftig auf diese Reise nach Ravensburg in Schwaben ausgestattet, bekamen den Wanderstab in die Hand und den väterlichen Segen. Und besonders bei der ersten Wanderung gab es – sehr begreiflich – wechselseitige Tränen. Vielmals hat ein bitter weinender Vater seine Kinder mit der Rute gepeitscht, als sie ins Schwabenland gingen, um sie vom Heimweh zu verschonen. Meist war ein Erwachsener, manchmal ein Priester, ihre Begleitperson, der unterwegs dafür sorgte, dass sich die Kinder in warmen Ställen zum Schlafen niederlassen konnten, und auf den Märkten die Preise aushandelte.
Die Mädchen arbeiteten als „Kindsmägde“, die Buben als Gänse-, Schweine- oder Pferdehirten. Die Entlohnung verlief sich im Jahre 1835 auf Verpflegung, ein leichtes Kleid und im Ausnahmefall 2 bis 4 Gulden als Zusatz. Die Kindermärkte wurden 1915 abgeschafft, das „Schwabengehen“ nahm jedoch erst 1921 rapide ab, nachdem in Württemberg die Schulpflicht für ausländische Kinder eingeführt worden war.

Die „Kinder-Saisonwanderung“ gehörte mehr als ein Jahrhundert lang zum Lebensstil der Montafoner Bevölkerung. Die Wege nach Oberschwaben waren lang und beschwerlich, über Bergpässe des Silvretta Gebirges, die im März noch von Schnee bedeckt waren und die die Kinder mit schlechtem Schuhwerk und dürftigster Kleidung zu überwinden hatten. Der Weg führt von Galtür ausgehend über den alten Zeinisweg zum Zeinisjoch. Kurz vor der Anhöhe Kops Stausee wird auf der rechten Seite das „Rearkappali“ erreicht, wo damals die weinenden Eltern von ihren Kindern Abschied nahmen. Der Weg führt weiter am Kops Stausee entlang bis nach einem Abstieg das 7 Kilometer entfernte Partennen im Montafon erreicht wird. Mit dem Bus geht es anschließend wieder zurück auf der Silvretta Hochalpenstraße.