„Los, wir brechen heute auf zum Golfen!“, verkünde ich am Frühstückstisch fröhlich und ernte ungläubige Blicke von meinem Mann und den beiden Kids. „Golfen?“, wiederholt mein Mann und fügt hinzu: „Stundenlang einem kleinen weißen Ball nachjagen … Ich weiß nicht, ob mir das Spaß macht!“



Lachend erkläre ich meiner Familie, dass wir genau das vorhaben und sie mir schon ein wenig vertrauen sollen. „Auf ins Abenteuer! Ich verspreche euch, dass wir heute viel Spaß haben werden!“, verkünde ich und wir schnüren die Wanderschuhe. Drei Wandergolf-Parcours gibt’s im Salzburger Saalachtal, nämlich in Lofer, St. Martin und Weißbach und die Ausrüstung leiht man sich kostenlos bei den jeweiligen Infobüros. Im Spielpass sind alle Stationen der jeweiligen Route eingezeichnet – so kann man sich unterwegs nicht verlaufen. Erleichtert lacht mein Mann auf, als er den Schläger – einen rustikalen Holzschlägel – und die kleinen Holzbälle entgegennimmt. Auch die Kids sind mittlerweile Feuer und Flamme und hören interessiert zu, als ich auf dem Weg zu unserem ersten „Loch“ aus dem Spielpass die Regeln für das Wandergolf vorlese. Zu meiner Großen meine ich: „Du bist die Schriftführerin und trägst nach jedem Spieler die Schläge in den Spielpass ein.“ Zu meinem Sohn gewandt füge ich hinzu: „Und du bist der Schiedsrichter. Pass genau auf, dass vor allem Papa die Regeln einhält.“

Wandergolf im Salzburger Saalachtal © Sebastian Pechlaner

Hole-in-one am Mühlstein

Entlang der munter plätschernden Saalach wandern wir lachend und mit geschulterten Golfschlägern, im Gepäck ein paar Getränke und Müsliriegel und unsere Hündin Wanda, zur ersten Station. „Ein Pflug!“, lachen die Kids. „Wir müssen den Ball durch den Pflug ins Ziel schießen!“ Uns gegenseitig anfeuernd versuchen wir unser Glück. Ich brauche einige Schläge, um das Hindernis zu überwinden, doch Papa zeigt überraschendes Golf-Talent. Mit nur drei Schlägen locht er den Ball ein und eifrig meint er: „Los, wandern wir weiter zum Mühlstein! Und wie spielen wir wohl an der Kräuterspirale?“ Von der morgendlichen Skepsis ist nichts mehr zu spüren und alle plaudern aufgeregt über ihren scheinbar neuen Lieblingssport. So ist die kurze Gehdistanz auf einem wunderschönen Feldweg bis zum nächsten Hindernis schnell überwunden. Meine Kids frage ich: „Na, sind Schriftführerin und Schiedsrichter bereit? Denn jetzt zeigt euch Papa, wie man meisterlich den Golfschläger schwingt.“ Lachend tritt dieser vor den Mühlstein und nimmt das Ziel ins Visier. Mit einem lauten „klack“ trifft der Holzschläger auf den Ball und zielstrebig rollt dieser zum Mühlstein. Um Haaresbreite scheint der Ball das Loch zu verfehlen – was uns ein enttäuschtes „Oooh“ entlockt. Doch dann macht der Ball kehrt und rollt mit einem leisen Plopp direkt hinein ins Loch! Unser Jubeln hört man sicher im gesamten Salzburger Saalachtal und lachend klopfen wir Papa auf die Schulter.

Wandergolf, © Sebastian Pechlaner

Von der Moorbadewanne zur Hühnerleiter

Auch bei den nächsten Stationen, die wir jeweils über kurze gemütliche Spaziergänge erreichen, überraschen uns die kreativen Hindernisse. Da gibt es das „Heubett“, den „Baumstamm“ oder die „Milchkanne“. Aber auch eine „Moorbadewanne“, der „Holzski“ oder die „Hühnerleiter“ sorgen für großen Spaß und sportliche Herausforderung. Jedes Hindernis ist perfekt in die Natur integriert und selbst die Kids werden von Schlag zu Schlag sicherer. Durch gegenseitiges Anfeuern laufen sie zu Bestform auf, doch uneinholbar liegt Papa in Führung.

Wandergolf, © Sebastian Pechlaner

Wandergolfen macht süchtig

An unserer letzten Station rufe ich: „Der Sieger spendiert der Gruppe ein riesengroßes Eis!“ Lachend schwingt Papa seinen Golfschläger wie ein Lichtschwert über seinem Kopf und mit dunkler Stimme ruft er: „Die Golfmacht ist mit mir.“ Kichernd versenken wir unsere Golfbälle ein letztes Mal im Loch und Papa meint: „Na, dann bin ich wohl der Golf-Champion des Tages und darf euch jetzt zu einem Ausflug in die Eisdiele einladen. Und morgen nehmen wir gleich den nächsten Parcours unter die Lupe!“ Johlend zeigen die Kids ihr Einverständnis und nachdem wir Schläger und Bälle wieder zurückgegeben haben, machen wir uns auf den Weg zur eisigen Belohnung. „Na zum Glück gib es im Salzburger Saalachtal gleich drei Wandergolf-Routen – ich denke, dann wissen wir auch, was wir übermorgen unternehmen.“

Wandergolf, © Sebastian Pechlaner

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