Impressionen des Wanderwegs



In der Garnitzenklamm wandern Sie neben smaragdgrünen, tosenden Bächen an faszinierenden und farbenprächtigen Gesteins- und Felsformationen vorbei, geschaffen von den gigantischen Kräften der Natur.


 Themenweg
 medium-elevationprofile
  • Tourlänge: 6.56 km
  • Zeit: 4.5 Stunden
  • Startpunkt:
    Klammwirt Möderndorf
  • Aufstieg: 525 m
  • Abstieg: 524 m
  • Niedrigster Punkt: 605 m
  • Höchster Punkt: 979 m

Die Karte Übersicht über Ihren Weg



Wegbeschreibung Alle Informationen hier gesammelt


Die Garnitzenklamm ist dank des Österreichischen Alpenvereins-Sektion Hermagor eine seit 1891 zugängliche Klamm. Schon 1900 war sie durchgehend begehbar, aber immer wieder zerstörten Hochwässer den Klammweg. Heute ist die Garnitzenklamm als Naturdenkmal geschützt.

Auf der gesamten Weglänge eröffnen sich atemberaubende Einblicke, immer begleitet vom rauschenden Wasser des Garnitzenbaches. Er hat sich tief in das Gestein eingeschnitten, es blank poliert und gewährt uns dadurch einen faszinierenden Einblick in das Innere der Berge und der Gesteine.

Aber das Wasser war nicht alleine am Werk. Viele Kräfte tragen zur Entstehung einer Klamm und einer Landschaft bei. Welche Kräfte wirken, und wie die Gesteine ihrerseits die Klammbildung mitbestimmen, zeigt der Geotrail Garnitzenklamm.


HALTEPUNKT 1 Die Klamm – ein Werk von Schutt und Wasser

Bereits der erste Blick in die Garnitzenklamm lässt beidseitig des Garnitzenbaches das typische Merkmal einer Klamm erkennen: die nahezu senkrechten Felswände. Hier liegt auch der Unterschied zu einer Schlucht, deren Wände weniger steil sind.

Die Felswände bestehen aus hellgrauen Bänderkalken, das dominierende Gestein entlang des Geotrails. Knapp über dem Bach sieht man das zweite Hauptgestein: dunkelgraue Schiefer.

Die Entstehung der Klamm geht mit Sicherheit auf die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit, zurück. Natürlich hat es schon vorher Bäche gegeben, aber Aussagen über deren Verläufe wären spekulativ. Mit dem Abschmelzen des letzten Gletschers vor ca. 20.000 Jahren fielen unvorstellbare Mengen an Schutt und Geröll an, die der Frost der Eiszeit produziert hatte. Dieser Schutt wurde mit dem Garnitzenbach ins Tal transportiert und verlieh ihm eine ungeheure schürfende Kraft (Erosionskraft). Tief hat er sich dadurch in das Gestein eingeschnitten.

In abgeschwächter Form wirkt die Erosionskraft des Wassers noch heute und tieft die Klamm weiter ein.

HALTEPUNKT 2 - Bänderkalke - bewegt von einem gigantischen Motor

Im Blickfeld baut sich eine imposante Felswand aus Bänderkalken mit extrem glatten Wänden auf. Die markanten Flächen entstanden, weil hier einst Bänderkalke und Schiefer durch unvorstellbare vom Erdinneren ausgehende Kräfte, so genannte endogene Kräfte, gegeneinander bewegt wurden. Erst durch diese Verschiebungsvorgänge gelangten die zwei Gesteinspakete in ihre heutige Nachbarschaft. Man sieht aber nur noch die mächtigen Bänderkalke. Die weicheren Schiefer wurden bereits abgetragen.

Als Bänderkalke werden die Gesteine deshalb bezeichnet, weil sie einen Wechsel von verschieden färbigen Schichten zeigen. Das geht auf im Kalk enthaltene Begleitminerale (z.B. grüne Chlorite) zurück. Aus wenigen Fossilfunden, versteinerten Lebewesen, wird geschlossen, dass sich die Bänderkalke vor ca. 380 Millionen Jahren im Zeitalter des Devons in einem Meer abgelagert haben.

Sie wurden von jüngeren Gesteinen überlagert und mussten zwei Gebirgsbildungen mitmachen. Durch die dabei auftretende Druckbelastung wurde der Kalk zu einem grobkörnigen Marmor umgewandelt. Das fand aber im Namen keine Berücksichtigung.

HALTEPUNKT 3 Rotbuche – Felssprengung mit Wurzelkraft

Eine Landschaft entsteht durch die Einwirkung vieler Kräfte. Das Wurzelgeflecht der Rotbuche hier veranschaulicht eindrucksvoll eine der Kräfte, die an der Erdoberfläche gestaltend wirken. Sie alle werden als exogene Kräfte bezeichnet.

Wurzeln entwickeln durch ihr Dickenwachstum so hohe Drücke, dass sie riesige Felsbrocken oder Asphaltdecken aufspalten können. Diesen Vorgang bezeichnet man als Wurzelsprengung, eine Art der Verwitterung. Das Gestein wird dabei aber nur zerkleinert und nicht in seiner Zusammensetzung verändert.

Die Zerkleinerung begünstigt jedoch weitere Verwitterungsvorgänge, weil die Oberfläche der Gesteine vergrößert wird, und dadurch mehr Angriffsfläche für Wasser und Säuren geboten wird. Diese verändern die Zusammensetzung des Gesteins durch die Bildung neuer Minerale.

So lässt die Zerkleinerung der Gesteine, deren Abtransport und Umwandlung über Millionen von Jahren ganze Berge und Landschaften verschwinden.

HALTEPUNKT 4  Schiefer – ein Schwächling

An diesem Standort hat die Erosionskraft des Wassers das zweite Hauptgestein entlang des Geotrails, graue Schiefer, gut sichtbar freigelegt.

Die sandhaltigen Schiefer sind küstennahe Meeresablagerungen. Flüsse schwemmten feinkörnigen Abtragungsschutt eines heute längst verschwundenen Gebirges in das Urmeer. Solche Bedingungen herrschten vor rund 450 Millionen Jahren und vor rund 330 Millionen Jahren. Da aber in den Schiefern Fossilien fehlen, ist eine Festlegung nicht möglich.

Wie die Bänderkalke wurden die Schiefer von jüngeren Gesteinen überlagert und machten zwei Gebirgsbildungen mit. Durch die dabei auftretenden Druckbelastungen wurden die Schiefer verfestigt und ebenfalls leicht umgewandelt (metamorph). Ihre Schieferung ist aber viel ausgeprägter als die der Bänderkalke, weil sie anders als die körnigen Kalke aus blättchenförmigen Mineralen (v.a. Serizit und Chlorit) bestehen. Sie setzen daher der schürfenden Kraft des Garnitzenbachs weniger Widerstand als die kompakten Kalke entgegen.

HALTEPUNKT 5 Der Klammverlauf – ein Kräftemessen

An diesem Haltepunkt blickt man von der Ida-Warte auf einen Wasserfall, der sich über hellgraue Bänderkalke stürzt. Unterhalb des Wasserfalls treffen die Kalke entlang einer Störungslinie auf die leichter abtragbaren Schiefer. Eine Störung bedeutet eine Schwächung des Gesteinsverbandes, weil  hier Gesteine gegeneinander bewegt wurden. Die Schiefer und die Störung haben einen West-Ost Verlauf. Beide zwingen daher dem aus dem Süden kommenden Bach einen Schwenk nach Osten auf, weil sie dem Wasser einen geringeren Widerstand als die kompakten Kalke entgegensetzen.

Oberhalb der Ida-Warte floss der Bach allerdings quer durch die Schiefer von Süden nach Norden. Und wieder vorher hatte er - wie unterhalb der Ida-Warte - den Schiefern und Störungen folgend einen West-Ost Verlauf. Wie kann man nun den zweimaligen extremen Richtungswechsel bei gleich bleibendem Gesteinsbestand erklären?

Neben dem Gestein, dem Gefälle etc. bestimmen Klüfte im Gestein die Fließrichtung des Wassers. In der Garnitzenklamm weisen insbesondere die Bänderkalke solche Nord-Süd verlaufenden Klüfte auf. Sie dürften für die erste markante Richtungsänderung von West-Ost auf Süd-Nord ausschlaggebend gewesen sein.

HALTEPUNKT 6 Strudeltöpfe – Wasserwirbel mit Tiefgang

An diesem Haltepunkt blickt man in den engsten Abschnitt der Garnitzenklamm. Hier hat sich der Bach tief in grün-rot-graue Bänderkalke eingeschnitten und imposante Strudeltöpfe, auch Kolke genannt, heraus modelliert.

Strudeltöpfe sind zylindrische bis wannenförmige Vertiefungen, die entstehen, wenn das fließende Wasser im Bachbett auf ein Hindernis stößt und dadurch gezwungen wird, an ein und derselben Stelle zu rotieren. Im Strudeltopf fließt das Wasser mit erhöhter Geschwindigkeit und wirbelt das mitgeführte Geröll im Kreis. Dieses Geröll verstärkt die eintiefende Wirkung des Wassers, weil es den Abrieb der Gesteine erhöht. Gleichzeitig sorgt die höhere Geschwindigkeit für einen rascheren Abtransport des erodierten Materials.

Ähnliche Hohlformen entstehen unter Gletschern durch Schmelzwässer. Sie werden dort als Gletschertöpfe bezeichnet.

HALTEPUNKT 7  Falten –  im Schraubstock der Gebirgsbildung

Nirgendwo sonst gewährt die Klamm einen so überwältigenden Anblick in das Innere eines Gebirges und der Gesteine wie an der gegenüber liegenden Felswand. Gleichzeitig lassen die frei gelegten Gesteinfalten erahnen, welche Kräfte bei Gebirgsbildungen wirken. Wie in einem Schraubstock werden die Gesteine zusammengepresst und zu Falten verbogen.

Im linken Teil der Wand hat das Wasser die Bänderkalke nahezu auf Hochglanz poliert.  Sie zeigen aufgrund ihrer verschieden färbigen Schichten die Faltenlegung wie es schöner nicht sein kann. Gleich links anschließend kann man sehen, wie unscheinbar das Gestein aussieht, wenn die Politur des Wassers fehlt.

Etwa in der Mitte der Wand hat das Wasser eine große, gewellte Knickfalte freilegt. Sie zieht sich von den schwarzen quarzreichen Schiefern im unteren Bereich der Wand bis in die darüber liegenden hellen Bänderkalke. Im Schiefer ist die Falte nicht gut erkennbar, weil diese auf die Druckbeanspruchung anders reagieren als die Bänderkalke.

Ganz rechts im Fels kann man dann knapp über dem Bach eine extreme Knickfalte entdecken. Hier wurden die Gesteinsschichten um 180 Grad gebogen!

HALTEPUNKT 8 Der Findling – ein Geschenk der Eiszeit

Bei der Brücke liegt am Bachufer ein großer rot-grau laminierter Stein. Er zählt zu den schönsten in den Karnischen Alpen. Bei genauerer Betrachtung erkennt man an seiner Oberfläche netzartige Strukturen. Sie bestehen aus dunklen Tonteilchen, die hellere Kalkkerne umschließen. Gesteine mit solchen Strukturen bezeichnet man als Flaserkalke. Ihre Entstehung ist immer noch nicht eindeutig geklärt.

Neben seiner Schönheit hat der etwa 400 Millionen Jahre alte Flaserkalk noch eine Besonderheit aufzuweisen: sein Vorkommen hier. Denn solche Gesteine sind im Einzugsbereich des Garnitzenbaches gar nicht zu finden. Das Wasser kann ihn also nicht in seine heutige Position gebracht haben. Es gibt jedoch eine plausible Erklärung.

Während der letzten Eiszeit war das gesamte Gailtal bis in eine Seehöhe von rund 2.000 m mit Gletschereis bedeckt. Und ein Gletscher kann im Gegensatz zu Wasser Pässe beziehungsweise Wasserscheiden überfließen. Der Transportkraft des Gailgletschers verdanken wir also sein Vorkommen in der Garnitzenklamm. Solche mit einem Gletscher umgelagerten Gesteine werden als erratische Blöcke oder Findlinge bezeichnet.

HALTEPUNKT 9  Vielerlei Gestein – ein gemeinsamer Kraftakt

Von Beginn an fasziniert im Bachbett der Garnitzenklamm die Pracht der Gesteine, zu deren Entstehung viele Kräfte beigetragen haben. Die Farben der dominierenden Bänderkalke und Schiefer werden vervielfacht durch die Gesteine, die der Garnitzenbach aus dem hinteren Teil der Klamm mitbringt.

Dort bauen völlig andere Gesteine die Berge und Felswände auf als entlang des Geotrails. Es sind dies rote Sandsteine, bunte Muschelkalkkonglomerate, hoch poröse ockerfärbige Quelltuffe, fast weiße Dolomite sowie verschieden färbige Kalk- und Schiefergesteine. So manches Gestein enthält versteinerte Meerestierchen. Sie alle kann man an diesem Haltepunkt entdecken.

Die meisten Steine wurden auf ihrem Weg stark abgerundet. Man trifft aber auch auf eckige Exemplare. Diese haben einen geringen Transportweg hinter sich und stammen aus den unmittelbar angrenzenden Felswänden.


Zusätzliche Informationen und Anreise Was gibt es und wie komme ich dort hin?


  • Ausrüstung:

    Wanderbekleidung

    Bergschuhe bzw. festes Schuhwerk

    Wind- und Regenschutz

    Jause und Getränke

  • Anreise: über die B111 Gailtal Bundesstraße bis Möderndorf bei Hermagor; weiter Richtung Eggeralm bis zum Klammeingang.
  • Geführte Touren werden vom GeoPark Karnische Alpen organisiert. 

  • Geheimtipp: Es zahlt sich aus die ganze Tour zu absovieren, denn der 4. Teil ist der schönste Teil der Klamm! Auf dem Rückweg liegt ein entzückendes Kirchlein - alle mal einen Abstecher wert!
  • Quelle: Nassfeld - Pressegger See
  • Autor: Nassfeld - Pressegger See

Anreisemöglichkeiten

  • Parkmöglichkeiten
    beim Klammeingang, Klammwirt
  • Öffentliche Verkehrsmittel
    Mit dem Zug oder dem Bus bis nach Hermagor, von dort Fußmarsch bis nach Möderndorf oder mit dem Taxi zum Eingang der Klamm.

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Sicherheitsrichtlinien Für alle Fälle


An manchen Stellen kann es speziell nach Regenfällen leicht rutschig sein. Nehmen Sie vor allem kleine Kinder an die Hand. 


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